Zwischen den Jahren 2017 und 2018

Rückbesinnung

Zwischen den Jahren und vor dem Beginn eines meiner neuen Lebensjahre ist auch für mich eine Zeit der Rückbesinnung. So wie ich nach einer Malstunde im Malort aufräumend die Stunde rekapitulieren lasse, so mache ich das jetzt für das ganze Jahr. Vor der Malstunde, wenn der Palettentisch gestimmt ist, wie ein Musikinstrument und bevor der erste Malspielende eintrifft, dann lese ich immer in einem meiner Bücher von Arno Stern. In „Die Spur. Gewesenes Kindsein“ steht ganz genau, warum ich im Malort, in der Werkstatt im Kindergarten und als Autorin genauso arbeite und diene, wie ich es mache.

Über den Glauben

Arno Stern schreibt über seinen Glauben: „Diese Überzeugung gedieh in mir erst nach dem Krieg, nachdem ich angefangen hatte mit Kindern zu arbeiten. Dabei wurde mir klar, dass es wichtig ist, anstatt andere zu belehren, ihre kreativen Impulse anzuregen, damit sie die Fähigkeit entwickeln eine Welt zu errichten; denn Gott ist nicht über den Menschen, er ist die Energie in einem jeden.“ (S. 135)

Diesem Glauben schließe ich mich an und werde darin noch besonders bestärkt, wenn ich in Gerald Hüthers neuem Buch „Raus aus der Demenzfalle!“ lese: „Verstehbarkeit, Gestaltbarkeit, Sinnhaftigkeit, so lauten die drei salutogenetischen Grundprinzipien, die es einem Menschen ermöglichen, jenes Gefühl von Kohärenz zu entwickeln, das die Voraussetzung für die Aktivierung der im Körper angelegten Selbstheilungskräfte ist.“

Demenz-Vorbeugung im Kindergarten? Ja!

Salutogenetisch heißt die Gesunderhaltung betreffend. Kohärenz das Gefühl, die Welt um sich herum zu verstehen und (deshalb) auch gestalten zu können. Die Sinnhaftigkeit wird befördert von dem inneren Bild eines Menschen von sich selbst und seiner dementsprechenden Bestimmung.

In diesem Sinne will ich an dem Beispiel des schöpferischen Spiels mit Pinsel und Farbe im Malort, mit Säge, Hammer, Schrauben und Leim in der Werkstatt im Kindergarten weiterhin und jeden Tag von Neuem einen Schutzraum schaffen. Den kann der spielende Mensch verstehen, in dem kann er gestalten. Ohne Belehrung, Lob, Tadel und Vorgaben. Ohne die Flüchtigkeit und Unzuverlässigkeit von Projekten. Dem Spiel entsprechend geht die schöpferische Aktivität in der Richtung von innen nach außen. Diese Grunderfahrung wird das Kind und der Erwachsene mit in die Alltagswelt tragen und seine Schaffenskraft als sinnhaft und freudvolle erleben. Das wäre nach Hüther eine Demenz-Vorbeugung, mit der man nicht früh genug beginnen kann. Er wäre froh und dankbar, wenn ich diesem Ziel weiterhin dienen könnte.

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