Wie Maßregelungen an Eltern dem Kind schaden – sogar wenn sie berechtigt sind

 

Habt Ihr auch so ein mulmiges Gefühl, wenn Ihr vor Euren eigenen Kindern von anderen Erwachsenen zurechtgewiesen werdet? Das hat einen guten Grund. Hier könnt Ihr erfahren, was das mit Eurem Kind macht.

Situationsbeschreibung

Die Pflegemutter betritt mit ihrer Vierjährigen deren Kindergarten-Gruppenraum. Sie grüßt die Erzieherin, die ihrerseits nicht zurück grüßt. Langsam und träge hievt sie sich von ihrem Kinderstühlchen, schaut mit großer Geste auf ihre Armbanduhr und bittet die Mutter mit ihrem Kind noch zwei Minuten vor die Tür zu treten. Die Betreuungszeit würde erst dann beginnen.

In derselben Siedlung, nur ein paar Häuser weiter, gibt es eine Grundschule, in der den Eltern das Betreten des Schulgebäudes verboten ist. Sie sollen ihren Einfluss dort nicht geltend machen können, denn das stört das pädagogische Konzept der Schule.

Das nörgelnde und anklagende Maßregeln von Eltern muss endlich aufhören! Zwar ist die Herabsetzung von Eltern eine eher leise und schleichende Bewegung. Sie verläuft mitunter recht subtil, und nur Aufmerksame bemerken sie bewusst. Doch steter Tropfen höhlt den Stein. Und glaubt mir, Misstrauen und Besserwisserei gegenüber Eltern entfalten ihre böse Dynamik auch ohne ein spektakuläres Ereignis und lautes Klappern. Ich werde darlegen, warum sogar auch die sehr, sehr gut gemeinte aber ungebetene Belehrung seiner Eltern dem Kind eher schadet als nützt.

Drei Beispiele für das Maßregeln von Eltern:

1. Szene

Eltern bekommen vom Hort eine Liste mit gesundem Essen. Sie wird nicht so genannt aber faktisch – im Umkehrschluss – handelt es sich um eine Verbotsliste für die Brotbüchse. Das ist Maßregelung!

2. Szene

Eltern in Harz IV bekommen kein Bargeld für die Musikschulbeiträge oder die Sportvereinsgebühren ihrer Kinder, denn sie könnten ja von dem Geld einen Flachbildschirm fürs heimische Wohnzimmer kaufen. Pfui Spinne!!! Der Staat macht sich stark, um die Veruntreuung des kindlichen Eigentums durch die eigenen Eltern zu verhindern. So behandelt man Betrüger. Das ist Maßregelung!

3. Szene

Während meiner Malortausbildung bei Arno Stern in Paris beklagte sich eine Horterzieherin aus einer deutschen Großstadt bei André Stern: „Sie reden andauernd von Familien, die ihre Kinder auch ohne Schule begleiten und fördern können. Meine Realität sieht aber ganz anders aus. Ich muss alles dransetzten, um die Kinder vor ihren Eltern zu schützen.“ Das ist über die unprofessionelle und selbstmitleidige Resignation hinaus auch noch Rufmord!

 

Was macht die Maßregelung mit Eltern und Kindern?

Die Maßregelung, und sei sie noch so subtil, sie schiebt sich wie ein Keil zwischen die Eltern und ihr Kind. Sie trennt die, die eigentlich aneinander gebunden sein wollen und sollen.

Der kanadische bindungsorientierte Entwicklungspsychologe Gordon Neufeld sagt, dass die Bindung, vorzugsweise die zwischen Eltern und Kindern, die einzige Beziehung ist, in der ein Kind sein volles Potential entwickeln kann. Die Bindung hat verschiedene Gesetzmäßigkeiten. Eine davon lautet: Die Bindung ist hierarchisch. Ja, ich weiß, Hierarchie ist gar nicht angesagt und klingt zudem nach autoritärer Erziehung. Aber dennoch ist es so, dass ein Kind sich sicherer und geborgener fühlt, wenn die Eltern in die Führung gehen. In der Gewissheit, von einer starken und anerkannten Person geschützt zu werden, ist das Kind frei. Es kann jetzt Neues wagen. Kommt nun eine Gesetzgebung und auch gesellschaftliche Bewegung daher und stellt Eltern unter den Generalverdacht, dem eigenen Kind zu schaden, dann passiert Zweierlei:

  1. Das Kind wird in seiner Bindung an die Eltern irritiert

Wenn es erlebt, wie wenig anerkannt seine Eltern draußen sind, so gerät die Welt des Kindes leicht ins Wanken. Und das ist der Grund dafür: Das, was für seine Entwicklung so gut ist, die Stärke der Eltern, wird hinterfragt. Deshalb erscheint es dem Kind nicht mehr so sicher wie zuvor.

Ein Beispiel, eher eine Bagatelle, aber mit großer Wirkung: Meine Tochter wurde im Kindergartenalter wegen des Verdachts auf eine Gehirnerschütterung in der Notfallambulanz vorgestellt. Die Krankenschwester sprach mich an: „Mutti, gib mir mal die Chipkarte!“ Meine Antwort: „Ich bin keine Mutti sondern eine Mama und für Sie bin ich Frau Selhorst.“ Jahre später, ich hatte sie längst vergessen, sprach mich meine Tochter auf diese Szene an. Ich hatte mich nicht von einer Fremden Duzen lassen, nur weil ich Mutter war. Die herablassende Ansprache ihrer Mutter war ein völlig neues Erlebnis für das Kind. Sie widersprach auch der natürlichen Ordnung in ihrem zu Hause. Warum sonst sollte sich meine Tochter diese lapidare Szene so lange gemerkt haben?

Die gesellschaftlich salonfähige Gewohnheit, Eltern zu maßregeln, setzt unausweichlich irgendwann deren Ansehen bei den eigenen Kindern herab und das wiederum verunsichert die für die kindliche Entwicklung so essenzielle Bindung an die starken Beschützer und Ernährer.

Die Verantwortung der Eltern für die Ernährung der Kinder hat im Tierreich eine zentrale, man kann sagen, eine überlebenswichtige und arterhaltende Bedeutung. Auch beim Menschen steht sie noch im Fokus der Bindung.

Ich greife das erste Beispiel mit der Hort-Liste gesunder Lebensmittel auf.

Der siebenjährige Hanno ist seit 7:30 Uhr in Hort und Schule. Am Nachmittag sehnt er sich nach Mama, Papa, ein wenig Kuscheln und Trost. Die Matheaufgaben hat er nicht verstanden und die anderen Kinder sind so laut und wollen immerzu reden und dumme Spiele spielen. Sein Freund Emil hat ihm nun bereits zum fünften Mal gesagt: „ Wenn…, dann lade ich Dich nicht zu meiner Geburtstagsfeier ein, ätsch!“ Gerade will er dem Quälgeist erklären, dass er wirklich nicht noch einmal „Mensch ärgere dich nicht“ spielen mag, als die Nachmittagsmahlzeit beginnt.

Und so könnte es weitergehen:

Variante a: „Fruchtzwerg“, jubelt Hanno als er seine Brotbüchse öffnet. Er freut sich. Sein Papa hat augenscheinlich gestern beim Einkaufen an ihn gedacht. „Ja, Papa weiß, ich mag am liebsten den mit Erdbeergeschmack.“ Er fühlt sich vom Vater verstanden und angenommen… Der erschöpfte Junge stellt sich vor, wie der Vater gestern Abend im Supermarkt vor dem Kühlregal stand und an ihn, seinen Jungen, dachte. Und siehe da, so denkt auch Hanno jetzt an Papa. Heute Abend wird die Familie zusammen Ratatouille essen. Hanno geht es wieder richtig gut. Er freut sich auf Zuhause.

Variante b: „Aha, Kohlrabi! Ja, die Hortnerin hat entschieden, was gesund ist. Mama und Papa hören auf die Erzieherin. Das mache ich ja auch. Und Emil? Muss ich auf den eigentlich auch hören?“ Langsam kaut er und sagt zu Emil: „Ein Spiel noch. Aber nur, wenn Du mich zu Deinem Geburtstag einlädst.“

Der Unterschied zwischen den beiden Szenen ist oberflächlich betrachtet nicht groß. Für die Seele des kleinen Jungen aber macht er die Welt aus. Die Welt in der alles voller Farbe, Freude und Liebe und Verbundenheit ist. Seine Welt, in der einzig und allein seine Eltern die Antwort für ihn sind. Eine Welt auch, in der er erkannt wird. Er ist Hanno und der Sohn seiner Eltern.

Ein Fruchtzwerg ist ungesund. Das würde wahrscheinlich einzig der Hersteller in Abrede stellen. Aber Papas, die sich von Hortnerinnen erziehen und letztendlich ersetzen lassen (das kommt weiter unten), die sind noch viel ungesunder für einen müden kleinen Jungen mit Heimweh. Letztendlich nehmen öffentliche Maßregelungen Eltern ihren Glanz! Der Glanz dieser Helden ist die wichtigste Nahrung für die kindlichen Seelen. Ja er ist noch mehr. Er ist das Fundament für seine Entfaltung in die Unabhängigkeit. Der Glanz des Vaters wird auf ihn abfärben und er, Hanno, wird ihn in die weite Welt tragen, wenn er groß ist.

Komisch, Bindungsbrücken, so nennt Neufeld das in Verbindung-Bleiben trotz räumlicher Trennung, stehen gar nicht auf der Liste. Dort stehen: Dinkel, Rohkost, Vollkornbrei mit vorgekeimten Sprossen… Nirgendwo findet sich das Wort Bindungsbrücke! Warum? Ganz einfach: Weil diese Brücke ein Geheimnis von Eltern und Kindern ist. Vielleicht darf ich das hier gar nicht verraten?!

Natürlich kann man solche Brücken auch mit Vollwertkost bauen. Das will ich gar nicht abstreiten. Worauf ich hinaus will ist: Die Bindungsdynamik zwischen Eltern und Kindern ist sehr fein, zart und subtil und vor allem verletzlich. Kein Wunder, dass jede ungebetene Einmischung von Außenstehenden ihr nur schaden kann. Das gilt auch dann, wenn die Ratschläge gut gemeint und begründet sind.

Ebenso grob-fühlig wie die Liste mit den gesunden Lebensmitteln ist der Bildungsgutschein, der den Harz IV-Eltern das Bargeld für die kulturelle Teilhabe ihrer Kinder vorenthalten soll. Satte Politiker und gutverdienende Bildungsökonomen entscheiden darüber. Währenddessen sind wirtschaftlich erfolglose Eltern mit der Not ihrer Kinder konfrontiert. Bei den Konsumgütern können ihre Kinder in der Schule nie mithalten. Das ist sehr frustrierend für diese Familien. Sie sind vielleicht die einzigen, die „Germanys next top model“ vor dem Röhrenfernseher schauen müssen. Die Eltern lieben ihre Kinder und wollen ihnen diese Schmach ersparen. Wer ihnen das nicht nachfühlen kann, hat ein Herz aus Stein. Wer diese Not gegen sie wendet, um ihre Vertrauenswürdigkeit medienwirksam in Zweifel zu ziehen, der ist zynisch.

(https://www.tip-berlin.de/bildungsgutscheine-lange-wege-viel-verwaltungsaufwand/)

  1. Die Eltern werden in ihrem intuitiven Bindungsstreben verunsichert

Es ist so schade, wenn Eltern durch ständige Belehrung verunsichert werden. Oft wird gerade das, was nur sie so gut können und was sie so unersetzlich macht, völlig unnötigerweise in Frage gestellt: Ihre intuitiven Fähigkeiten. Ihre Begabung, mit ihrem ganzen Sein die Antwort für genau dieses Kind zu sein und es beherzt in diese Welt zu führen.

Welche Wirkung hat zum Beispiel der Bildungsgutschein auf die materiell schlecht gestellten Eltern? Sie müssen zum hundertsten Male Klinkenputzen und ihre Bedürftigkeit offenbaren. Die Kränkung der Kinder flammt dann wieder einmal in den elterlichen Seelen auf. Ganz abgesehen davon: Der Zuschuss beträgt zumindest in meiner Stadt ungefähr 12 Euro, der Instrumentenunterricht an der Musikschule kostet 42 Euro pro Monat. Wem es an 40 Euro fehlt, dem fehlt es auch an 30 Euro. Das ursprüngliche Problem wurde also nicht gelöst, während noch zusätzlich und unnötigerweise ein ganz neues entstand. Es ist ein verheerendes: Eine öffentliche Verdächtigung, ja ein an den Pranger-Stellen der menschlichen Integrität beruflich erfolgloser Eltern. Der Schaden auch: Vor ihren Kindern stehen sie nicht nur als Versager sondern zusätzlich auch noch als potenzielle Veruntreuer da. Das ist Gift für die Bindung und nimmt den Eltern über ihren Glanz hinaus auch noch ihre Würde. Und es besteht die Gefahr des Selbstzweifels, des Gefühls dem eigenen Kind nicht gerecht werden zu können.

Tag für Tag bediene ich in meinem Malort erwachsene Spielende. Vielen davon war  in ihrer Kindheit durch Belehrung die Freude am Malen geraubt worden. Eltern, Spielkameraden, Erzieher und Lehrer hatten sich damals ganz ohne Not eingemischt und ihnen das Spiel verdorben. Geraubt wurde die Freude, nicht zerstört. Das ist wichtig. Die nunmehr Erwachsenen können sich nämlich im Schutz des Malorts ihr unzerstörtes Eigentum zurückerobern. Das geht.

Arno Stern, der Erfinder des Malorts, sagt:

Durch Belehrung werden Kinder verunsichert und schließlich entmutigt. Sie glauben nicht mehr an ihre natürlichen Fähigkeiten. Und weil man ihnen das Spiel verdorben hat, an das sie glaubten, solange es ihnen natürlich war, ist es nicht erstaunlich, dass ihnen das Zeichnen keinen Spaß mehr macht.

Das Malspiel und die natürliche Spur, 2005, S. 51

Durch maßregelnde Einmischung und Belehrung geht vielen Eltern die natürliche Freude an der eigenen intuitiv angelegen Wirksamkeit verloren. Die ehemals unbeschwerte lustvolle Betätigung wird deshalb abgebrochen. Ganz genau diese Gefahr besteht auch, stört man Eltern dabei, wenn sie die Antwort für ihr eigenes Kind sind. Dann verabschieden sich manche dieser Gemaßregelten mehr und mehr vom Antwort-Sein für ihr Kind. Sie geben auf. Später zeige ich, dass das sogar zu einem Abbruch des Antwort-Gebens führen kann.

Das können Eltern schlechter vermitteln/bieten, so die Botschaft ihrer leisen Kritiker:

Bildung – Das Monopol dafür beanspruchen statt dessen Krippe, Kindergarten und Schule. Ein Erziehungsgeld für Ein- und Zweijährige zu Hause erzogener Kinder wurde abgelehnt. Denn es ist angeblich eine Fernhalteprämie von dem einzig anzuerkennenden Bildungsangebot, der Kinderkrippe.

Soziale Kompetenz – Ganz eindeutig erwirbt man die nur, wenn man von Anbeginn ganztags mit Gleichaltrigen zusammengebracht wird.

Gesundheit – siehe Liste (oben)

Sport – dafür gibt es doch ausgebildete TrainerInnen

Ach, es gibt noch viel, viel mehr, was Eltern nicht können.

Das Tragische dabei ist, dass wegen des Vorwurfs dieser geballten Unfähigkeit einige Eltern das Bindungsboot verlassen. Ihre Kinder werden deshalb nach und nach zu Waisenkindern in Krippe, Hort und Sportverein. Die Krippenerzieherinnen, Hortnerinnen, und Sportwarte sind nämlich rein organisatorisch nicht in der Lage das Kind langfristig und hinreichend zuverlässig zu behüten. Oft haben sie noch nicht einmal die Möglichkeit, es wenigstens im Auge zu halten. Das können nur die Eltern. Deshalb sind öffentlich geförderte Kinder mit entmutigten Eltern vom ihrem Bindungsstatus her betrachtet verwaist.

Daran denkt kaum jemand: All die Besserkönner und -wisser sind keine treuen Begleiter und tragen auch nicht den Glanz, der letztendlich das Kind zum Auserwählten macht. Bindung – zuverlässig und die gesamte Kindheit begleitend – ist und bleibt das zentrale Bedürfnis eines jeden Menschenkindes und die vermögen all die, die alles besser können und wissen nicht zu geben.

Entmutigt und frustriert über all ihre Unfähigkeit kehren die Eltern ihrem Kind den Rücken. Jeder sagt doch, sie können es nicht. Selbst für den Säugling reicht der Hauptschulabschluss nicht. Das Kind treibt dann mutterseelenallein (!) über das Meer des staatlich abgesegneten Förderwahns. Später dann, und zwar genau in dem Moment, in dem das dem Elternhaus enteignete Kind Anzeichen seiner Verwahrlosung zeigt, genau dann wird es heißen:

Da sieht man mal wieder, wie unfähig die Eltern sind. Also, ich plädiere ganz entschieden für eine Pflicht zum Besuch von gebundene Ganztagsschulen bis zum vollendeten 16. Lebensjahr! („Gebunden“ hat leider nichts mit Bindung zu tun. “Gebunden“ heißt in diesem Zusammenhang die Verpflichtung des Kindes, seine Freizeit in der Schule zu verbringen.)

Und so sieht es aus im Leben des Kindes nachdem die Eltern das Bindungsboot verlassen haben, weil die Welt sie entmutigt hat. Diese ursprünglich zugewandten und intuitiven Eltern werden dann gerade deshalb nämlich wirklich unfähig. Die Geschichte wurde mir von einer Bekannten erzählt. Ich bat sie, sie mit aufzuschreiben. Hier der Wortlaut:

Auf dem Wochenmarkt –

In der Warteschlange am Gemüsestand hatte ich folgendes Erlebnis: Ein Kind, vielleicht 4 – 5 Jahre alt, fragte voller Neugier die Mutter: „Was ist das für ein Gemüse…, Obst…“ Es bekam nur spärlich Antwort. Es fragte immer weiter. Die Mutter schien offensichtlich genervt. Das Kind war weiter neugierig. Da sagte die Mutter plötzlich im lauten Schimpfton: „Na, das passiert mir ja nicht noch einmal, daß ich dich zu Hause lasse, wenn ich frei habe. Dann gehst du auch in den Kindergarten. Sollen sich doch die Anderen mit dir herumärgern.

Was tun? Gibt es einen Ausweg?

Ja, den gibt es. Seht genau hin, wie schön und bezaubernd das Miteinander von Eltern und Kindern ist, lauscht den zarten Melodien. Das wird Euer Herz berühren und so könnt Ihr den bemühten Eltern Euren Segen geben. Dieses Bemühen Eltern gibt nämlich den Ausschlag. Das Bemühen ist das Fundament, auf das das Kinds sein Leben baut.  

Jeder, dessen eigenes Bemühen anders aussehen würde, ist aufgerufen, selber Kinder zu bekommen und es besser zu machen. Niemand hat aber das Recht die Bindungssymphonien anderer Familien aus dem Takt zu bringen. Das wäre taktlos.

Eins ist klar, um in dem bindungsfördernden Anliegen erfolgreich zu sein, bedarf es einer Bewegung von unten. Der Naturschutz hat darin ja schon Erfahrung. Und wenn die Bindung zwischen Eltern und ihren Kindern eins ist, dann ist sie natürlich „natürlich“.

5 Kommentare

  1. Liebe Stefanie
    Ja, von Seiten der angeblichen “Kinder-Experten” sind die einfachen ungelernten Eltern häufig Respektlosigkeiten ausgesetzt. Es sind ja “nur” die Eltern.. 😉 Wenn es nicht so traurig wäre..
    Im Leben unserer Kinder sind WIR als Eltern die wichtigsten Menschen überhaupt! WIR sind die Expertinnen!
    Liebe Grüße
    Wibke

  2. Ich bleibe beim “Fruchtzwerg” hängen und erinnere mich an zwei Ereignisse: Einerseits die Kindergartenzeit mit meinem Sohn. Da bekamen auch alle Eltern ein “Essplan” nach Hause, mit allem drauf, was in die “Brotbox” durfte und was nicht. Mich hat das immer so genervt. Nicht weil ich gegen gesunde Ernährung bin (das ist mir sogar sehr wichtig!), aber weil uns Eltern vorgeschrieben wurde, WANN wir unsere Kinder gesund zu ernähren hatten. Mir war es halt lieber, er ass Früchte und Gemüse zu Hause und bekam den leckeren Getreideriegel (ohne Schokolade!) im Kiga, weil er es vielleicht genau dort brauchte, zwischendurch eine kleine Freude zu bekommen (zu Hause konnte ich ihn ja auch sonst trösten). An normalen Kiga-Tagen mussten also Fruchtstücke (die braun wurden bis zur Pause) und Gemüsestäbchen in die Box (mein Sohn bestand darauf – nicht, weil er das besonders mochte, sondern weil Kinder, die was “Falsches” in der Box hatten vor allen ermahnt wurden) – aber an den Waldtagen, an denen vor allem die kleinen Kinder weinten, weil sie in der eh noch unsicheren Situation die gewohnte Umgebung des Kindergartens verliessen, durften Schokolade und Gummibärchen in die Box. Da wurde dann der “böse Zucker” als Lockmittel bei fehlender Bindung eingesetzt (man hätte meiner Meinung nach besser den Eltern erlaubt, an diesen Tagen dabei zu sein, solange ihr Kind das noch brauchte).
    Andererseits ein Gespräch mit einer Ärztin an einem Fest: Ihr Sohn (ein Jahr alt) verbrachte den Grossteil der Woche in der Kita. Sie erzählte mir ganz empört, dass die Qualität dieser Kita leider nicht sehr gut sei – manchmal würden sie den Kindern ungesunde Kartoffelchips zu essen geben. Ich wunderte mich, dass sie sich ernsthaft über so etwas Gedanken machte und nicht darüber, ob ihr Sohn sich emotional gut aufgehoben fühlte…

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